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Was ist Story-Mining?

Kurz gesagtStory-Mining bedeutet, Geschichten nicht erst dann zu suchen, wenn du gerade eine brauchst. Du sammelst laufend kleine Erlebnisse, Beobachtungen, Gespräche und andere Story-Ideen und legst sie so ab, dass du später wieder darauf zugreifen kannst. Denn meistens fehlt es uns gar nicht an Geschichten. Wir vergessen sie nur.

Der merkwürdige Satz beim Bäcker. Das Gespräch mit einem Kunden. Der Moment, in dem du beim Gassigehen plötzlich etwas verstanden hast. Eine kleine Panne. Eine Beobachtung im Supermarkt. Eine Frage, die dir zum fünften Mal gestellt wird.

In dem Moment denkst du vielleicht noch: „Ha, daraus könnte ich mal eine Mail machen.“

Drei Wochen später sitzt du vor dem Rechner und denkst:

„Mir fällt nie etwas ein.“

Story-Mining sorgt dafür, dass dir solche Momente nicht ständig durch die Lappen gehen.

Story-Mining kommt vor dem Storytelling

Story-Mining und Storytelling gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.

Beim Story-Mining suchst und sammelst du das Rohmaterial: Erlebnisse, Beobachtungen, Situationen, Sätze, Erinnerungen und kleine Alltagsmomente.

Beim Storytelling machst du daraus eine Geschichte, die einen bestimmten Job übernimmt.

Du musst also nicht bei jedem kuriosen Satz an der Supermarktkasse sofort überlegen, welche brillante Business-Lektion du daraus pressen kannst.

Erst einmal kannst du ihn einfach festhalten.

Ob daraus später eine Story-Mail, ein Social-Media-Post, ein Beispiel auf einer Salespage, ein Vortrag oder überhaupt nichts wird, entscheidest du später.

Gute Storys scheitern oft schon vor dem Schreiben

In meinen Vorträgen über Story-Mails sage ich immer wieder:

Gute Story-Mails scheitern oft daran, dass niemand das Rohmaterial für Storys sammelt.

Wenn du erst in dem Moment nach einer Geschichte suchst, in dem du eigentlich deine Mail verschicken möchtest, machst du dir das Leben unnötig schwer.

Dann sitzt du da und versuchst auf Kommando, dich an irgendetwas Interessantes aus den vergangenen 37 Jahren zu erinnern.

Gehirn:

Nö.

Story-Mining verlagert diese Arbeit nach vorne. Statt erst beim Schreiben nach einer Geschichte zu suchen, entsteht mit der Zeit ein Vorrat an möglichen Storys.

Ich mache das selbst ständig.

Auf einer Hunderunde im verschneiten Berlin ist mir zum Beispiel einmal aufgefallen, dass ich plötzlich all die Spuren im Schnee sehen konnte, an denen mein Hund sonst schnuppert. Ich habe den Gedanken festgehalten und in meinem Story-Archiv gesammelt.

Später wurde daraus eine Story über Zielgruppenansprache.

Hätte ich mir gedacht: „Ach, das merke ich mir“, wäre die Idee vermutlich irgendwo zwischen Hund ableinen und erstem Kaffee verstorben.

Was kann Story-Mining-Material sein?

Eine Story muss kein dramatisches Erlebnis mit Sonnenuntergang, Tränen und anschließender persönlicher Transformation sein.

Gerade für Story-Mails finde ich die kleinen Geschichten oft viel interessanter.

Story-Material kann zum Beispiel entstehen durch:

  • etwas, das dir im Alltag auffällt
  • einen Satz, den jemand sagt
  • eine Frage aus einem Kundengespräch
  • einen Fehler oder eine kleine Panne
  • etwas, das dich nervt oder überrascht
  • eine Erinnerung
  • Kundenfeedback
  • eine Beobachtung im Unternehmen

Manches davon passiert heute. Andere Geschichten liegen Jahre zurück und warten irgendwo im Gedächtnis darauf, wieder ausgegraben zu werden.

Story-Mining beschränkt sich deshalb nicht auf das, was dir heute zufällig begegnet. Auch Erfahrungen und Erinnerungen, die längst da sind, können zu deinem Story-Vorrat gehören.

Du musst in diesem Moment noch nicht wissen, was du daraus machst.

Story-Mining für Story-Mails

Ich nutze Story-Mining besonders intensiv für E-Mails.

Denn wenn du regelmäßig Story-Mails schreiben möchtest, brauchst du regelmäßig Geschichten. Und ich möchte mich dabei ungern darauf verlassen, dass mir jeden Donnerstag um 9:17 Uhr zufällig etwas Geniales einfällt, nur weil heute Newsletter-Tag ist.

Ein Story-Archiv hilft mir dabei in beide Richtungen.

Manchmal habe ich zuerst eine Story und überlege später, welcher Gedanke oder welches Thema darin steckt. Manchmal steht das Thema schon fest und ich suche nach einer Geschichte, die dazu passt.

Für den Alltag bedeutet es erst einmal: Story und Thema müssen nicht zufällig gleichzeitig in deinem Kopf auftauchen.

Story-Mining brauche ich auch als Copywriterin

Als Copywriterin schreibe ich schließlich auch E-Mails und andere Texte für meine Kunden.

Und dafür brauche ich deren Geschichten.

Ich war aber nicht dabei, als mein Kunde gestern beim Mittagessen etwas Absurdes erlebt hat. Ich sitze nicht mit im Auto, wenn ihm auf dem Weg zu einem Termin ein Gedanke kommt. Und ich verstecke mich auch nicht hinter seinem Sofa, um auf verwertbare Anekdoten zu warten.

Das wäre vermutlich engagiertes Copywriting.

Aber auch etwas übergriffig.

Deshalb sammle ich Storys meiner Kunden gezielt. So entsteht mit der Zeit ein Fundus, aus dem ich beim Texten arbeiten kann.

Wie lässt sich Story-Mining zusammenfassen?

Im Kern besteht Story-Mining aus fünf Schritten:

Bemerken → festhalten → sammeln → wiederfinden → verwenden.

Die Wörter sind schnell gelesen. Die eigentliche Arbeit steckt darin, sie zuverlässig hinzubekommen.

Denn wie erkennst du überhaupt einen Story-Moment, wenn er gerade passiert? Wie kommst du an Geschichten, die längst irgendwo in deiner Vergangenheit vergraben liegen? Was lohnt sich festzuhalten? Und wie sammelst du all das so, dass du nicht irgendwann vor 284 Notizen mit Titeln wie „Idee!!!“ sitzt?

Streng genommen ist das ebenfalls ein Story-Archiv.

Nur kein besonders hilfreiches.

Für diese Fragen habe ich über Jahre mein eigenes Story-Mining-System entwickelt und an meinen eigenen Texten und in Kundenprojekten immer weiter verfeinert.

Muss jede gefundene Story irgendwann veröffentlicht werden?

Nein.

Story-Mining bedeutet erst einmal sammeln.

Manche Ideen liegen monatelang in meinem Archiv, bevor ich etwas mit ihnen mache. Manche passen irgendwann perfekt zu einem Thema. Manche führen mich auf einen ganz anderen Gedanken.

Und manche bleiben einfach liegen.

Auch gut.

Ein Story-Archiv ist ein Vorrat, aus dem du dir nimmst, was du gerade brauchst. Wer jede Notiz pflichtbewusst zu Content verarbeiten will, baut sich stattdessen einen Aufgabenfriedhof.

Die Storys hast du schon

Für Story-Mining brauchst du kein Abenteuer-Leben. Der Bäcker, die Supermarktkasse und ein ganz normales Kundengespräch reichen völlig.

Im Story-Mining-Minikurs gebe ich erstmals Einblicke in mein Story-Mining-System: wie du solche Momente bemerkst, während sie passieren, wie du sie festhältst, bevor sie wieder weg sind, und wie du sie so sammelst, dass du sie wiederfindest, wenn Donnerstag Newsletter-Tag ist.

Der Kurs ist gerade in Arbeit. Auf der Priority-Liste erfährst du als Erstes, wann es losgeht, und bekommst das besondere Früh-dabei-Angebot.

→ Auf die Priority-Liste