Text-Knoff-Hoff › Verkaufstexte
Wie schreibe ich einen guten Call to Action?
Kurz gesagtEin guter Call to Action sagt klar, was der Leser als Nächstes tun soll. Noch besser funktioniert er, wenn du direkt davor beantwortest, warum sich dieser nächste Schritt für ihn lohnt. Deshalb setze ich vor den Call to Action fast immer einen Call to Value: erst der Nutzen, dann die Handlung.
Ein Call to Action kann zwei Wörter lang sein.
Und trotzdem schaffen wir es im Marketing, daraus eine Wissenschaft zu machen.
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Ja, ich will endlich durchstarten!
Welcher davon ist jetzt der richtige?
Ein guter Call to Action beginnt nicht mit dem Call to Action
Sondern eine Zeile davor.
Stell dir vor, du bist auf einer Angebotsseite.
Du hast gescrollt, gelesen, vielleicht kurz überlegt – und dann kommt:
Jetzt buchen
Kann funktionieren.
Der Button sagt schließlich ziemlich klar, was du tun sollst.
Aber kurz vor einer Entscheidung passiert im Kopf des Lesers noch etwas anderes:
Warum sollte ich?
Und genau diese Frage möchte ich nicht dem Button überlassen.
Deshalb steht bei mir vor dem Call to Action (CTA) fast immer noch ein Call to Value (CTV).
Der CTA sagt:
Was soll ich tun?
Der CTV erinnert mich:
Was habe ich davon?
Zum Beispiel:
Teste, ob deine IT gegen die drei häufigsten Cyberangriffe geschützt ist.
Sicherheitscheck anfordernHol dir regelmäßig Text-Impulse, die du sofort umsetzen kannst – ohne Blabla und Verkaufskeule.
Newsletter abonnierenDer Satz vor dem Button verkauft die Entscheidung.
Der Button selbst darf dann wieder ganz entspannt Button sein.
Der Button muss nicht dein gesamtes Verkaufsgespräch führen
Ich sehe häufig den Versuch, den kompletten Nutzen noch irgendwie in den Button zu stopfen.
Dann entstehen kleine Textwürste wie:
Jetzt starten und endlich mit Leichtigkeit mehr Wunschkunden gewinnen
Das Problem daran:
Der Leser braucht an dieser Stelle vor allem Orientierung.
- Wo führt mich das hin?
- Was passiert, wenn ich klicke?
- Buche ich schon?
- Bekomme ich weitere Informationen?
- Lade ich etwas herunter?
- Trage ich mich auf einer Liste ein?
Genau deshalb trenne ich Nutzen und Handlung gern voneinander.
Ein Beispiel von meiner eigenen Website:
Dein Text braucht vielleicht keinen weiteren Abend mit dir und einem blinkenden Cursor. Vielleicht braucht er einfach einen zweiten Kopf. Meinen kannst du für eine Stunde mieten. Oder für drei. Oder für fünf.
Knotenlöser-Session anfragenDer erste Teil macht die Session attraktiv.
Der Button sagt, was passiert.
Er muss jetzt nicht noch hektisch hinterherrufen:
Jetzt Knoten lösen und endlich Texte schreiben, die verkaufen!!!
Er hat Feierabend. Seine Arbeit wurde bereits erledigt.
Ein CTA muss vor allem klar sein
Im Copywriting liest man gern Regeln wie:
Schreib niemals „Mehr erfahren“!
Ich halte wenig von solchen Nie-niemals-Regeln.
Wenn dein Leser in einer E-Mail gerade einen kurzen Einblick in dein Angebot bekommen hat und der Klick zu einer Seite mit ausführlichen Informationen führt, kann
Mehr erfahren
eine vollkommen vernünftige Beschriftung sein.
Oder:
Zum Angebot
Wenn der Klick einen Termin vereinbart:
Termin vereinbaren
Wenn eine Checkliste heruntergeladen wird:
Checkliste herunterladen
Wenn sich jemand auf eine Warteliste einträgt:
Auf die Warteliste
Kreativer ist nicht automatisch besser.
Wenn ich erst drei Sekunden darüber nachdenken muss, was „Auf zu neuen Ufern“ wohl mit meinem Mausklick anstellen wird, hast du möglicherweise einen sehr poetischen Button geschrieben.
Nur keinen besonders hilfreichen.
Klarheit schlägt Kreativität.
Ein Call to Action muss übrigens kein Button sein. Auch ein verlinktes Wort oder ein verlinkter Satz kann ein CTA sein. Und auch dann gilt: Es muss klar sein, wohin der Klick führt und was danach passiert.
Darf ein CTA in der Ich-Perspektive stehen?
Klar.
Buttons wie
Ja, ich will die Vorlage
oder
Ich will dabei sein
können gut funktionieren, weil der Leser die Entscheidung sprachlich aus seiner eigenen Perspektive trifft.
Ich würde daraus allerdings ebenfalls kein Gesetz machen.
Denn auch hier gilt: Ich sollte verstehen, was passiert.
Ja, ich will endlich reich werden
mag ausgesprochen enthusiastisch klingen.
Wenn ich aber nicht weiß, ob ich damit einen Kurs kaufe, einen Newsletter abonniere oder Chantalle meine Kontodaten schicke, fehlt etwas Entscheidendes.
Die Ich-Perspektive ist eine Möglichkeit.
Klarheit ist die Voraussetzung.
Und was ist mit „Jetzt“?
Auch „Jetzt“ ist nicht automatisch böse.
Jetzt Angebot sichern
kann völlig passend sein.
Ich mag bei meinen eigenen Texten allerdings meistens CTAs, die eher die Hand reichen als jemanden am Hemdkragen Richtung Checkout zu ziehen.
Zum Beispiel:
Lass uns sprechen
Knoten lösen
Hier geht’s zur Priority-Liste
Infos zur Knotenlöser-Session
Das passt zu meiner Art zu verkaufen.
Für eine andere Marke kann ein direkteres
Jetzt kaufen
genau richtig sein.
Ein CTA muss schließlich nicht nach mir klingen.
Er muss nach der Marke klingen, für die er geschrieben wurde.
Und wenn du mit Dringlichkeit arbeitest, sollte sie echt sein.
Nur noch heute
ist sinnvoll, wenn etwas tatsächlich nur noch heute verfügbar ist.
Wenn „nur noch heute“ morgen überraschend wieder nur noch heute ist, hast du kein cleveres Copywriting gebaut.
Du hast einen Kalender mit Gedächtnisverlust.
Der CTV darf ruhig konkreter werden
Je größer die Entscheidung, desto wichtiger wird der Satz vor dem Button.
Vergleich einmal:
Jetzt Erstgespräch buchen
mit:
Wenn du das Gefühl hast: Genau das hat mir bisher gefehlt – dann lass uns gemeinsam schauen, ob wir zusammenpassen.
Erstgespräch vereinbarenOder:
Zum Portfolio
mit:
Ihr Messestand? DER Hotspot der Messe – sogar für Besucher, die eigentlich zur Konkurrenz wollten. Schauen Sie, wie wir das für andere umgesetzt haben.
Zum PortfolioDer CTA ist in beiden Fällen unspektakulär.
Das ist völlig in Ordnung.
Denn der interessante Teil steht davor.
Der CTV gibt mir einen Grund. Der CTA macht den nächsten Schritt klar.
Ein kleiner Ausflug in die Barrierefreiheit
Und noch ein Grund, deinen inneren Kreativpoeten beim Buttontext gelegentlich wieder einzufangen: Barrierefreiheit.
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Fällt dein Unternehmen darunter, müssen Links und Schaltflächen in deinen digitalen Texten verständlich sein, auch für Menschen, die sich die Seite vorlesen lassen.
Fürs Schreiben ist vor allem ein Gedanke nützlich:
Menschen sollten erkennen können, wohin ein Link führt oder was eine Schaltfläche auslöst.
Das heißt nicht automatisch, dass „Mehr erfahren“ verboten wäre. Der Kontext kann den Zweck eines Links ebenfalls deutlich machen.
Aber:
Hier klicken
Los geht’s
Mach mich glücklich
sind ziemlich wenig hilfreich, wenn sie irgendwo isoliert auftauchen und niemand erkennen kann, was dahinter passiert.
Und genau so tauchen sie auf, wenn sich jemand eine Seite vorlesen lässt. Viele lassen sich dabei alle Links als Liste ansagen, ohne den Text drumherum. Steht da dreimal „Hier klicken“, weiß niemand, wohin auch nur einer davon führt.
Was aus Copywriting-Sicht Klarheit schafft, hilft hier also gleich doppelt.
Sehr praktisch. Ausnahmsweise haben Marketing und Barrierefreiheit keinen Termin zum gegenseitigen Genervtsein.
Wie viele Call to Actions braucht eine Seite?
Hier hilft eine Unterscheidung:
Du kannst dieselbe Handlung mehrmals anbieten.
Du musst aber nicht fünf verschiedene Entscheidungen gleichzeitig verkaufen.
Auf einer längeren Salespage kann derselbe CTA mehrfach auftauchen. Dein Leser soll schließlich nicht nach 17 Bildschirmseiten wieder hochscrollen müssen, weil er inzwischen kaufen möchte und der einzige Button oben einsam vor sich hin vegetiert.
Etwas anderes ist:
Kauf den Kurs
Abonnier meinen Newsletter
Folge mir auf Instagram
Buche ein Gespräch
Lade das Freebie herunter
Herzlichen Glückwunsch. Du hast keinen Call to Action mehr.
Du hast ein kleines Behördenformular mit Freizeitangebot.
Wenn eine Seite ein klares Ziel hat, sollte dieses Ziel auch beim CTA erkennbar bleiben.
Mein einfachster CTA-Check
Wenn du deinen nächsten CTA schreibst, prüf zwei Dinge:
Du musst deinen Button nicht zum genialsten Satz deiner gesamten Seite machen.
Im Gegenteil.
Wenn der Text davor seinen Job gemacht hat, darf der Button herrlich unspektakulär sein.
Und manchmal ist genau das die ganze Kunst.
Passt dazu
Du hängst gerade selbst an deinem Text?
Dann brauchst du vielleicht keinen weiteren Abend mit dir und einem blinkenden Cursor. Manchmal braucht ein Text einfach einen zweiten Kopf.
Meinen kannst du dir in der Knotenlöser-Session für eine Stunde, drei Stunden oder fünf Stunden dazuholen.
